Fast alleine auf dem Campo

Bei jedem Telefonat, das wir im Schatten der Orangenbäume führen, kommt das Gespräch irgendwann auf die andauernde, auf- und abschwellende Geräuschkulisse, die wir mit der Zeit als gegeben hinnehmen. Mehrere hundert Hektar Farm, wir dürfen uns abstellen auf der grünen Insel voller Bäume, die das Zentrum des Geländes ist. Im ehemaligen Arbeiterhaus ein Bad und eine Küche, die wir verwenden können – wir sind alleine, bis auf den Argentinier, der…

Giselle

Jeden Tag wird Giselle dicker, jeden Tag bezweifeln wir, dass ihr Bauch noch weiter wachsen kann, ohne den Boden zu berühren. Wir sehen sie jeden Tag, eine gutmütige, ruhige Sau. Beäugt uns kritisch, wenn wir in ihrem Gehege bauen. Wir auch immer mit einem Auge auf ihr. Ab und zu eine der wilden Rucolapflanzen zur Bestechung. Wir verstehen uns gut, sie ist hochschwanger. Morgens nach dem Füttern dann die Nachricht,…

Ein kleines Stück mehr Argentinien

Und dann geht es plötzlich los. Es kommt einem zumindest plötzlich vor. Ein paar Wochen vor unserem Start haben wir endlich ein Projekt gefunden, wo wir hinkönnen. Es ist nur in einer anderen Provinz, Mendoza. Es dauert, aber irgendwann heißt es, wir dürfen los. Unsere letzten Tage verbringen wir mit Packen und kleinen Reparaturen am Auto, mit neu kennengelernten Freunden in endlich offenen Bars bei dem hier allgegenwärtigen IPA. Wir…

Immer noch am gleichen Fleck

Eingekesselt von niedrigen Bergen, hohen Hügeln. Dunkelgrün bewachsen und angeblich ein riesiger See am Ortsende, den können wir nicht besuchen, es gibt eine Ausgangssperre. In Argentinien gibt es um die hundert Fälle Corona-Infizierter, das Land ist abgeriegelt und wir sehen die wunderschöne Landschaft aus dem Fenster. Halb verdeckt von einem Apfelbaum mit dicken, grünen Äpfeln, die ab und zu und immer häufiger scheppernd auf das kleine, silberne Auto des Nachbarn…

Und was, wenn wir zurück müssen?

Immer wenn bei der ersten Ampel die Autos losfahren, springen wir von unseren Rucksäcken auf und stecken den jetzt vor unserer Ampel stehenden Autos den Daumen entgegen. Nach ein paar Durchläufen kennen wir den Schaltrhythmus und wir stehen wieder zuversichtlich grinsend an der Ampel. Nur leider in der Ortsmitte, die meisten bleiben da. Signalisieren sie zumindest. Tut unserer Stimmung aber keinen Abbruch, wir sind glücklich. So stellen wir uns Reisen…

Ein paar Tage campen

Eine Sportanlage, ein Veranstaltungsraum und zwei große Flächen, alle paar Meter ein Baum in ordentlichen Reihen. Der eine Platz voll Grillplätzen, Öfen und Brotzeitbänken und einer vierköpfigen Gruppe mit lautem Gitarrenverstärker, aus dem überraschend gute Musik schallt. Das Zelt daneben aufgebaut. Wir gehen ein paar Baumreihen weiter, immer noch im Sicht- und Hörbereich, aber das ist man hier immer. Der Boden festgetretene, staubige Erde, nur um die Wasserstellen aufgeweicht und…

Schnurgerade nach Süden

Die Wolken der letzten Tage haben einer prallen Sonne Platz gemacht, die jetzt erbarmungslos auf uns herunter scheint. Natürlich ist es wieder früher Nachmittag, bis wir endlich losgehen.Schattenlose Straße und die Rucksäcke gefühlt schwerer als die letzten Male.Eigentlich wollen wir die Dreiviertelstunde zur Autobahn laufen, die letzten Tage wirkte es auch eher nach einem schönen Spaziergang mit frischem Wind im Nacken. Jetzt sind wir nach ein paar Minuten k.o.Wir sind…

Tortas fritas

Tortas fritas Zutatenfür 6 tortas fritas2 ½ Tassen Mehl3 TL Salz1 Tasse warmes Wasser Fett zum Frittierenhier werden ca 30g Schweineschmalz verwendetEine Zehe Knoblauch Zimt und Zucker zum Bestreuen

Zwei Wochen Uruguay

Gegenüber vom Grenzgebäude ist ein Imbisswagen, ein paar Hunde dösen im Schatten und heben ab und zu den Kopf, wenn jemand was bestellt. Ein Mann mit ähnlich ausdrucksloser Mine wie die Hunde, trinkt sein Bier und zwei Jugendliche bereiten das Essen für den Abend vor. Wir kaufen Wasser, können noch mit Real bezahlen und setzen uns, nicht allzu motiviert, an den Straßenrand. Daumen raus, wenn ein Auto kommt, die meisten…

Ein erstmal letzter Weg durch Brasilien

Nach zwei Wochen Urlaub in Lebon Régis schultern wir unsere Rucksäcke, verpacken die Lebensmittel und machen uns so mit einer Tasche mehr auf den Weg. Unser Host fährt uns noch eine Stadt weiter und dann geht es für uns los. Hier sieht es aus wie im Allgäu im Sommer. Grün, fruchtbar und gerade ist Zeit für die Apfelernte. Plakate, die für die Biermarken Zillertal, Holzbier und Eisenbahn werben, am Straßenrand…