Strand-Klischebild

Asilah ist eine wunderbare Ankomm-Stadt, die wir letztes Mal ausgespart haben, aber von einer guten Freundin sehr ans Herzen gelegt bekommen haben. Zurecht.

Unser erstes Ziel ist es, eine marokkanische SIM-Card zu besorgen. Und da es hier eigentlich nur kleine, zusammengeschusterte Tante-Emma-Läden gibt, probieren wir es in einem solchen.

Der Verkäufer ist super lieb und fängt an, innerhalb kürzester Zeit, mit der ganzen Familie um sich versammelt, uns die Karte zum Laufen zu bringen. Seine Tochter hilft irgendwann mit aus und es klappt. Internet ist da und wir können uns einen Schlafplatz suchen.

Blick vom Strand auf die Medina

Um anzukommen und weil sich so spontan niemand über Couchsurfing gefunden hat, buchen wir eine Wohnung. (Alles immer sehr leistbar)

Auf dem Weg dahin werden wir von einem jungen Mann angesprochen. Er fragt, ob es denn eine Violine sei, die in Davids Gitarrenkoffer ist.

Er spielt nämlich Geige und wir sitzen plötzlich in einem kleinen, also wirklich kleinen (vielleicht 5m² großen) Barbershop und bekommen Musik vorgespielt. Und fühlen uns angekommen.

Die Gastgeber sind auch sehr lieb, laden uns die Tage noch zu Tee und Couscous ein und bieten uns an, falls wir nochmal in die Stadt kommen, bei ihnen zu übernachten -„Aber nächstes mal kostenlos, selbstverständlich!“

Nach ein paar Tagen mit fangfrischem Fisch, Harira und unterschiedlichsten Fladenbroten wollen wir weiter Richtung Berge.

Sonnenuntergang am Meer

Da wir uns letztes Mal viele der großen, schönen Städte angeschaut haben, verschlägt es uns dieses Mal mehr in die Natur.

Bei unserer ersten Marokkoreise saßen wir staunend in den Autos, hinter jeder Kurve ändert sich die Landschaft.

Grün bewachsene Berge, riesige Geröll-Flächen, bestelltes Land, Berge, Meer, Wüste. Einzelne Häuser und kleine Dörfer.

Hier wollen wir uns diesmal länger aufhalten. Also geht es für uns ins Landesinnere. Unser erster Lift bietet uns auch sofort an bei ihm zu übernachten. Da wir gerade weder Tanger noch Kenitra besuchen wollen, tauschen wir zumindest Nummern.

Unser nächster Lift spricht uns an. Zwei Männer Mitte zwanzig, die gerade Feierabend haben und zurück in ihre Heimatstadt Sidi Kacem fahren. Bei einem Tee lädt uns Sabir ein, bei ihm und seinem Vater zu übernachten. Wir verbringen noch den ganzen Abend in der Stadt und er erzählt uns viel von seinem Frust über die Chancenlosigkeit, die er als Marokkaner empfindet. Und von seinem Unverständnis, warum er nicht in Europa leben kann. Wir können nicht viel mehr machen als ihm zuzuhören. Es ist ja absolut berechtigt…

Trotzdem ist die ganze Nacht sehr lustig, wir treffen Freunde von ihm, diesmal in einer Schneiderei. Anfangs können wir nicht ganz beurteilen, wie der grimmig guckende Chef unsere Anwesenheit findet. Als wir aber nach einem Tee (selbstverständlich und wieder unfassbar süß) aufbrechen wollen, werden noch Fotos mit uns gemacht, rumgewitzelt und wir sollen hinter der Nähmaschine posieren.

Sehr müde fallen wir abends auf die dünnen Matratzen und werden am nächsten Morgen noch nach Oualili gefahren.

Hier steht eine recht gut erhaltene römische Ruine. Da aber 70 MAD (ca. 7 Euro) Eintritt pro Person fällig wären, reicht uns der Blick von außerhalb. Auf arabisch stehen auch nochmal Preise da, hier wären es nur 10 MAD. Naja, es ist ein Tagesausflugziel von Fes aus.

Ruine im Berg

Wir spazieren ein Stück und finden einen Platz für unser Zelt auf abgeernteten Feldern. Es ist ganz oft so, dass Familien aus umliegenden Dörfern kleine Landstücke am nächsten Fluss besitzen oder pachten. Hier wird dann in kleinen Mengen Futter für die Tiere, Mais oder Getreide angebaut. Meistens zwischen Olivenbäumen, Granatapfelsträuchern und voneinander abgetrennt durch Bambus.

Esel, Maultiere und Kühe werden zum Weiden hingebracht und wir verbringen eine Nacht mit vielen Sternen und einen sehr gemütlichen, nächsten Vormittag an diesem Platz.

Lesen im Grünen
Zelten im Grünen

Da Meknes, die nächste Stadt, die wir erreichen wollen, nicht allzu weit entfernt ist und man sowieso von einem der ersten Autos mitgenommen wird, machen wir uns erst nachmittags auf den Weg.

Abdullah fährt uns direkt ins Zentrum und wir trinken – was denn sonst – Tee mit ihm und seinen Freunden. Diesmal aber in einer Shisha-Bar.

Meknes ist eine ziemlich große Stadt, wir übernachten in der Medina (Altstadt) und spazieren von da viel durch die Stadt.

An jeder Ecke (das ist aber in ganz Marokko so) sind Katzen. Direkt vor unserer Tür noch sehr, sehr junge Babykatzen, die wir abends von der Dachterrasse aus beobachten können. In der Stadt läuft man oft an Wänden vorbei und von oben sieht man, dass dahinter meist nur Bauschutt, Müll und Katzen sind.

Man kann sich aber überraschend lange mit Beobachten beschäftigen.

Auch wenn man sie kaum sieht, da sind recht viele Katzen
Grün hinter der Stadtmauer

Und falls ihr euch fragt, wo all die Störche im Herbst hinfliegen; Ein großer Teil ist in Meknes. Auf einem Teil der Stadtmauer entdecken wir um die zwanzig, abends fliegen sie über einen hinweg. Auf dem Turm der Moschee rasten zwei, während wir auf der Terrasse zu Abend essen.

Storch auf dem Turm der Moschee
Über die Dächer der Stadt

Nach ein paar Tagen Stadt, in denen wir viel überlegt haben, wie wir unsere Reise in Marokko gestalten, hat sich ein Freund von Klaras Eltern zurück gemeldet. Er ist gerade in seinem Haus in der Nähe von Azrou und wenn es uns nicht stört, dass das Haus noch nicht ganz fertig ist, können wir ihn gerne besuchen kommen.

Wir haben einen Plan, machen uns auf den Weg und kommen mit zwei Lifts nach Ifrane, von wo wir abgeholt werden. Die Landschaft ist hier wieder wahnsinnig beeindruckend. Es scheinen nur Hügel um einen zu sein, um dann nach einer Kurve zu realisieren, dass wir auf ca. 1500m Höhe sind. Um uns Zedernwälder, mit dicken Stämmen, krumme Stein-Eichen und riesige Felsen. Vom Haus hat man einen weiten Blick und wir überlegen lange, ob, bzw. wie eine Mehrtageswanderung möglich ist. Vor allem mit den Wassermengen. Da uns nicht wirklich eine Lösung einfällt und es tagsüber um die 40°C hat und trotzdem schon um 19:30 dunkel wird, machen wir nur abends Spaziergänge in den Bergen. Und gehen Berberaffen anschauen. Die leben hier in der Region und manche Gruppen sind sehr Menschen ge- oder verwöhnt, da sie regelmäßig mit Brot gefüttert werden. Und wieder kann man sehr lange beobachten.

Beim Affen beobachten
Spazieren durch den Berg
Blaue Berge in Schichten

Nach ein paar sehr entspannten Tagen packen wir unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg nach Khenifra, da haben wir auch schon einen Couchsurfinghost gefunden.
In der Nähe von Khenifra ist ein See, Lac Aguelmam Zigza, den wir am ersten Abend mit unserem Host besuchen. Nach fast einer Stunde Fahrt über Berge und Plateaus, durch Zedern- und Eichenwälder, vorbei an Schaf- und Ziegenherden sind wir plötzlich an einem überraschend großen See, viele Nomadenzelte an der einen Seite, ein paar campende Gruppen verstreut an den anderen Uferseiten.
Hier wollen wir auch übernachten.
Nach drei Nächten Stadt machen wir uns wieder auf den Weg zum See und wollen da ein bisschen bleiben.

Fels am See
Nomadenzelte am anderen Ufer
Betrübter Esel

Es wäre spannend zu sehen, wie lange man maximal durchkommt, ohne eigene Vorräte anzubrechen. Wir werden zum Tajine Essen eingeladen, zum Wein Trinken, uns werden Tee, Kaffee und Zigaretten angeboten, Frühstück, Mittagessen, Abendessen.
Morgens kann man in den See springen und ein paar Runden schwimmen, abends Angler beobachten.
Überall sind Straßenhunde und man muss sich in acht nehmen vor den Affen. Obwohl wir daneben stehen, büßen wir zwei Brote und unseren Granatapfel ein. Mit Unschuldsmiene sitzt der Affe dann auf den höchsten Ästen und lässt es sich schmecken.
Nach unseren zwei Nächten sprechen wir eine Gruppe an, die uns auch sofort mitnehmen kann.

Wir wollen weiter nach Errachidia, einen Freund, den wir von unserer ersten Marokkoreise kennen, besuchen.

Verfressener Affe
Schaf vor dem Zelt
Angler im Sonnenuntergang

Wenn ihr noch mehr Bilder sehen wollt, in der Galerie sind noch einige.

Und was fällt euch an deutschen Liedern, also deutscher Musik, ein? Wir werden beim trampen oder bei Couchsurfern oft gefragt, was man denn so an deutscher Musik hört. Klar, einiges haben wir schon gesammelt, aber wir freuen uns sehr über Vorschläge!
Als Kommentar oder EMail (einerunderum@posteo.de) oder anders

Katzentier